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Gute Arbeit weltweit

Beim Thema „Gute Arbeit weltweit“ geht es nicht um Lob für die weltweit gute Arbeit unseres Außenministers, sondern um die weltweiten Arbeitsbedingungen.

Schon in unserem Land lässt sich leider nicht sagen, gute Arbeit und damit die wichtigste Voraussetzung für ein gelingendes Leben sei zur Selbstverständlichkeit geworden. Bei guter Arbeit geht es in den nationalen wie weltweiten Bezügen zu allererst um die Würde des Menschen. Sie wird weltweit hunderttausendfach verletzt. Tag für Tag.

Uns alle hat im April 2013 der Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch entsetzt. Das liegt sicher nicht nur an den über 1.000 Toten und 2.000 Verletzten. Die Labels namhafter Textilhersteller aus Europa lagen überall am Unfallort verstreut. Die meisten von uns besitzen Kleidungsstücke dieser Marken. Viele dieser Firmen hatten Verantwortung und Sorgfaltspflicht entlang ihrer Wertschöpfungsketten an ihre Subunternehmen delegiert. So etwas darf es in Zukunft nicht mehr geben!

Unsere deutschen Unternehmen sind ein guter Teil internationaler Wertschöpfungsketten und Handelsbeziehungen. Wir können also gute Arbeit in doppelter Hinsicht fördern und schlechte Arbeit zurückdrängen. Zum einen als kritische Konsumenten, zum anderen über transnational agierende deutsche Unternehmen, die soziale, ökologische und menschenrechtliche Verpflichtungen unmissverständlich respektieren.

Täglich nähen in Bangladesch Arbeiterinnen in 16 Stunden-Schichten T-Shirts zu absurd niedrigen Löhnen, damit wir sie für fünf Dollar oder Euro kaufen können.

Täglich klettern Arbeiter im indischen Gujarat weiter in Gummilatschen über Schiffwracks, um unter Lebensgefahr alte Seelenverkäufer aus den Industrieländern zu zerlegen.

In Cali in Kolumbien – doch nicht nur dort – werden Menschen immer noch mit dem Leben oder Gefängnis bedroht, wenn sie sich gewerkschaftlich engagieren.

Weltweit riskieren Minenarbeiter in veralteten Bergwerken täglich neu ihr Leben.

Die Liste ließe sich leider unendlich fortsetzen. Millionen von arbeitenden Menschen überall in der Welt erwarten, dass uns das nicht gleichgültig ist.

Es gibt ein international geltendes Normengefüge für Mindestansprüche für gute Arbeit. Das beginnt bei den Leitlinien der ILO.- und das hört bei OECD- und UN-Leitprinzipien noch nicht auf. Solche Leitlinien für gute Arbeit dienen als Messlatte für Selbstverständnis und Selbstverpflichtung der staatlichen Akteure und für die deutschen Unternehmen in den globalen Produktions- und Handelsbezügen. Unter guter Arbeit weltweit verstehen wir Arbeit:

• bei der Beschäftigte mitreden und mitgestalten können,
• mit einem gerechten Entgelt,
• mit sozialer Sicherheit ohne Diskriminierung,
• mit einem nachhaltigen Arbeits- und Gesundheitsschutz.

Dass Arbeit Mühe macht, das werden wir wohl nie verhindern können.
Aber wir können eine Menge tun, damit Arbeit in unserem Land und weltweit als gut erlebt werden kann. Auch die arbeitenden Menschen zum Beispiel in Bangladesch, Kolumbien und auf den Baustellen in Katar haben ein natürliches Recht darauf.