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Berlin, 22. Mai 2017

Beschäftigtenbefragung der IG Metall – Anstöße für die Politik

Die IG Metall hat phänomenaler Weise eine Beschäftigtenbefragung durchgeführt. Erfragt hat sie Ansprüche an soziale Gerechtigkeit, Arbeitszeit und an die Politik. 680.000 Menschen aus fast 7000 Betrieben wendeten jeweils eine halbe Stunde Zeit auf, um auf diese Themen ihre Antworten zu geben. Sich dieser Wünsche anzunehmen liegt nun bei uns in der Politik.

• Ein großes Thema ist dabei die Sicherheit im Alter und bei Krankheit. Die allermeisten Menschen, nämlich 85%, würden für ein ansteigendes Rentenniveau auch höhere Beitragszahlungen in Kauf nehmen. Mit 95% wünschen sich sogar noch mehr Menschen, dass die Arbeitgeber wieder einen gerechten Beitrag zur Krankenversicherung leisten sollten. Denn das solidarische Prinzip wurde zu einer Zeit abgeschwächt, in der die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt mit gut 5 Millionen Arbeitslosen sehr schwierig gewesen ist. Aber auch heute, in Zeiten in denen es uns wieder deutlich besser geht, zahlen Beschäftigte und Rentner einen Extrabeitrag, während sie gleichzeitig Kostensteigerungen gänzlich alleine stemmen müssen. Als Mitglied der SPD setze auch ich mich dafür ein, die paritätische Finanzierung wieder einzuführen und den Beitragszahler zu entlasten.

• Unser Lebensstil verändert sich gleichzeitig rasant. Die Technik macht immer schnellere und größere Sprünge und die Menschen fragen sich nicht zu Unrecht, ob sie diese Sprünge auch mitgehen können. In der IG-Metall Befragung geben daher auch 93% der Beschäftigten an, dass ihnen die Sicherheit und die beruflichen Perspektiven in der Industrie 4.0 wichtig oder sehr wichtig sind. Schon heute spielen Qualifikationen und Abschlüsse eine immens wichtige Rolle, aber die Bildungschancen sind nach wie vor nicht für jedermann gleich. Folgerichtig sagen auch hier 93% der Befragten, dass die Bildungschancen nicht von der Herkunft abhängig sein dürfen.

• In der zunehmenden Technisierung unserer Gesellschaft will der Einzelne auch mehr Zeit für sich und seine Familie haben. Aber auch nach einem langen Arbeitstag bleiben viele Arbeitnehmer jederzeit erreichbar. Ein Groß der Befragten wünscht sich deswegen auch ein starkes Arbeitszeitengesetz. Für den Fall, dass jemand beruflich kürzer treten muss, sei es aus Gründen der Pflege, der Erziehung oder der Bildung, wünschen sich viele Menschen zudem eine größere finanzielle Unterstützung.

• Neben dieser Unterstützung ist es für die Menschen ein hohes Gut, nach einer Familienphase beruflich nicht in einer Sackgasse zu landen. 90% fordern daher ein Rückkehrrecht von der Teilzeit in die Vollzeit. Also genau das, was die Union vor ein paar Tagen als Anrecht für alle abgelehnt hat. Wiedervorlage am Tag nach der Bundestagswahl!