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01. August 2017
Studie untersucht Beschäftigte unter 35

„Generation Y“: individualistisch, aber nicht unsolidarisch – Hohe Wertschätzung, aber relativ wenig Engagement für Mitbestimmung

Wie wollen junge Menschen arbeiten? Welche Ansprüche stellen sie als Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer? Und wie wichtig ist ihnen Mitsprache und Mitbestimmung im Job? Die sogenannte „Generation Y“, also die zwischen 1980 und 1999 Geborenen, sei vor allem an Selbstverwirklichung und Freizeit interessiert, lautet ein gängiges Vorurteil. Doch das stimmt so nicht, zeigt eine von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie.

In vielen Punkten unterschieden sich die jüngeren gar nicht wesentlich von älteren Beschäftigten – ein grundlegender Wertewandel sei laut Studie bezogen auf Arbeit und Betrieb nicht erkennbar. Eine Besonderheit gibt es aber doch: Die unter 35-Jährigen berichten fast durchweg von einem holprigen Einstieg in die Arbeitswelt. In ihren wenigen Berufsjahren haben sie mehrere (Wirtschafts-)Krisen erlebt, verbunden mit Entlassungen und Umbrüchen in den Betrieben. Viele von ihnen mussten von Beginn an mit prekären oder befristeten Beschäftigungsverhältnissen umgehen. Diese weit verbreitete Erfahrung hat Spuren hinterlassen: Aus Angst um den Arbeitsplatz trauten sich viele nicht, gerechtfertigte Forderungen zu stellen oder Grenzen zu setzen.

Darüber hinaus ergab die Studie, dass das Wissen um Arbeitnehmerrechte nur schwach ausgeprägt ist. Gleichzeitig sind die jüngeren Beschäftigten aber lernfähig – mit zunehmender Erfahrung wächst die kritische Distanz. Betriebsräte könnten diesen „Lernprozess“ unterstützen, indem sie nicht nur über formelle Rechte aufklären, sondern Austausch ermöglichen und Orientierung bieten.

Die unter 35-Jährigen bewerten Gewerkschaften und Betriebsräte grundsätzlich positiv – und sehen darin eine „wichtige Gegenmacht“ zum Management. Sie verlassen sich darauf, dass eine funktionierende Interessenvertretung zumindest grobe Missstände verhindert, so dass eigene Aktivitäten als nicht notwendig erscheinen. Allerdings: Die Existenz kollektiver Interessenvertretungen gilt als so selbstverständlich, dass deren Arbeit häufig gar nicht bemerkt werde. Viele jüngere Beschäftige wissen nicht, welche Arbeitsbedingungen sie Gewerkschaften und Betriebsräten zu verdanken haben.

Die komplette Studie steht zum Download zur Verfügung.

Mitbestimmung ist zentral für den Erfolg der Sozialen Marktwirtschaft. Nur mit Mitbestimmung auf Augenhöhe kann der Wandel in der Arbeitswelt erfolgreich gestaltet werden. In unserem SPD-Regierungsprogramm haben wir daher festgelegt, wie wir sie gesetzlich stärken wollen.