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03. August 2017
Unterwegs im Wahlkreis

Besuch im Heimatmuseum Friedrichsdorf-Seulberg

Mit Dr. Erika Dittrich und Ottmar Gellner vor dem Modell der Lorscher Torhalle
Mit Dr. Erika Dittrich und Ottmar Gellner vor dem Modell der Lorscher Torhalle
Die urkundliche Ersterwähnung Seulbergs aus dem Jahr 767
Die urkundliche Ersterwähnung Seulbergs aus dem Jahr 767
Rasieren oder Haareschneiden?
Rasieren oder Haareschneiden?
Wir Deutsche gelten als bildungshungrige Urlauber. Und es ist wahr, nicht alle wollen in ihrem Urlaub nur unter dem Sonnenschirm liegen. Sie genießen den Kontakt mit Land, Leuten und Sehenswürdigkeiten und sind eifrige Museumsbesucher. Zu beobachten ist oft ein merkwürdiger Zwiespalt: Im Urlaub ist man aufgeschlossen für das Sehenswerte in fremden Landen. Doch viele versäumen, dass es Sehenswertes und Besuchenswertes auch vor der eigenen Haustür gibt, und allzumal auch in meinem Wahlkreis. Gerne nutze ich die Vorwahlkampfzeit, um das eine oder andere Kleinod in Oberlahn und Hochtaunus zu besuchen. Vielleicht will es mir der Eine oder die Andere nachtun.

Höchst lohnenswert ist der Besuch im Heimatmuseum Seulberg (Alt Seulberg 46, geöffnet immer Mittwoch und Donnerstag zwischen 9 und 12:30 und sonntags von 14 bis 17 Uhr). Ich hatte das Glück, von Frau Dr. Erika Dittrich, 1. Vorsitzende des Heimatkundevereins, und Herrn Ottmar Gellner, Vereinsbeiratsmitglied, empfangen und durch die Sammlung geführt zu werden. Für beide und die vielen Mitglieder und die anderen Ehrenamtlichen des Geschichtsvereins ist die Pflege dieses Heimatmuseums eine Herzensangelegenheit.

Zu den meisten Exponaten gibt es nicht nur historische Auskunft, sondern viele nette Geschichten, für Kinder nett illustriert mit „Maskottchen“ Seulinchen. Schon im Eingangsbereich wird verdeutlicht, wie tief die historischen Wurzeln Seulbergs gründen. Auf Seulberger Territorium befindet sich eine römische Landvilla. Fundstücke und eine Rekonstruktion erzählen hier ihre eigene Geschichte. Die erste urkundliche Erwähnung Seulbergs finden wir im Jahr 767 in der Klosterschrift Lorsch. Das illustriert ein großes Modell der Lorscher Torhalle aus der karolingischen Zeit. Auf drei Stockwerken wird Heimatkunde, Vereinsgeschichte, Alltagsleben, Landwirtschaft, das heimische Töpfergewerbe und Handwerk illustriert. Ich bin ja schon ein etwas älteres Semester, deshalb kenne ich viele historische Rauminstallationen auch noch aus eigener Kindheit. So habe ich gerne mal wieder auf einem der vertrauten Friseurstühle Platz genommen. Die gut‘ Stubb, der Schlafplatz, die Wirtshausecke, der Waschraum unserer Großeltern, vieles findet sich hier, als sei die Zeit stehen geblieben. Frau Dr. Dittrich und Herr Gellner wissen diese Zeit lebendig zu machen. Herzlichen Dank, dass Sie mir dieses Erlebnis ermöglichten.

Das Heimatmuseum Seulberg hat viele Besucherinnen und Besucher verdient, die es sich auch mit Hörproben regionaler Mundart vertraut machen können. Eine spannende Zeit kann man eben nicht nur in den großen Museen unseres Landes und auswärtigen Urlaubsregionen verbringen.