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Weilrod, 15. August 2017

Besuch in einem besonderen Heimatmuseum

Mit Heimatforscher Bruno Rühl vor dem Heimatmuseum in Gemünden-Weilrod
Wandmalereien, vermutlich aus dem 15. Jh.
Im Wahlkreis unterwegs, das aktuelle Besuchsziel liegt im Weilroder Ortsteil Gemünden. Hier gibt es ein Heimatmuseum der besonderen Art. Es gründet auf einem frühen Kirchenbau des späten 14. oder 15. Jahrhunderts. Wie uns Heimatforscher Bruno Rühl erläuterte, wurde das baufällige geistliche Haus 1828 „lebenspraktisch in ein Backhaus umgewandelt“. Und gut ein Jahrhundert später wurde draufgesattelt: Das Rathaus war hier bis 1972 untergebracht. Vom Backes aus konnte man also oben einheizen. 1972 endete die Symbiose von Brotbacken und Streiten über die kleineren und größeren kommunalpolitischen Brötchen. In den freien Räumen entstand nunmehr das Heimatmuseum. Bruno Rühl weiß die Ausstellungsstücke gekonnt historisch einzuordnen. Jedes Exponat aus dem Gemündener Alltags- und Vereinsleben hat ja selbst eine eigene Geschichte.

An den Wänden der mittelalterlichen Kapelle sind 1996 bunte Freskenreste freigelegt worden. Auch sie könnten aus dem 15. Jahrhundert stammen. Sie illustrieren die Verkündung der Geburt Jesu und deutlich erkennbar stehen Adam und Eva vor dem Baum der Erkenntnis. Wir sehen hier einzigartige Spuren spätmittelalterlicher Wandmalerei in Hessen. Sie sind inzwischen gut restauriert und dokumentiert worden. Doch noch lange ist nicht alles erforscht und in Beziehung zu Ähnlichem gesetzt worden. Bruno Rühl erkundet aktuell, ob es sich bei einer Zeichengruppe um hebräische Schriftzeichen handeln könnte, und was sie bedeuten mögen. Man darf gespannt sein. Heimatforscher Bruno Rühl hat zuvor schon eigene Untersuchungen zu den Wurzeln des Schullebens und der Region veröffentlicht. Die verdienstvolle Landakademie Weilrod hat offenbar auch schon eine Wurzel in einer 1888 gegründeten „ländlichen Fortbildungsschule“ für den Taunus. Zum 50. Geburtstag des Dorfgemeinschaftshauses Gemünden hat Bruno Rühl zusammengetragen, was über diese verdienstvollen Einrichtungen aus den Zeiten des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn vor Ort dokumentierbar ist.

Ein Besuch im Gemündener Heimatmuseum lohnt sich auf jeden Fall. Einen Besuchstermin könnte man telefonisch vereinbaren (06083 – 1060). Vielleicht hat man Glück, und Bruno Rühl führt persönlich durch das historisch höchst vielschichtige Haus.

Nähere Informationen zum Gemündener Heimatmuseum gibt es hier: http://www.gemuendentaunus.de/9382.html