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Ober-Erlenbach, Ortsteil von Bad Homburg, 16. August 2017

Historische Spurensuche in der Heimat

vor der Heimatstube Ober-Erlenbach mit Heimatforscherin Ursula Euler
Heimat, das ist nicht irgendein Substantiv. Heimat ist dort, wo wir zu Hause sind, unsere Familie haben, Freundschaften und Vereinsleben pflegen. Gepflegt werden muss auch die lokale Tradition. Wie ist geworden, was heute ist? Das ist das Feld für die historische Forschung. Doch was wäre sie, gäbe es da nicht viele Hunderttausend, die sich mit Begeisterung darum bemühen, die Spuren von Arbeit und Leben in der eigenen Gemeinde und der Region zu erkunden, zu dokumentieren und zu präsentieren. Eine von diesen vielen ist Frau Ursula Euler. Ich habe sie heute besucht in der „Heimatstube“ Ober-Erlenbach, Ortsteil von Bad Homburg. Was sich arg bescheiden „Heimatstube“ nennt, ist eigentlich das Museum der Ober-Erlenbacher, untergebracht im einstigen Schulhaus der Gemeinde.
Die Sammlung zur Ortsgeschichte beginnt mit den Fundstücken aus der bandkeramischen Zeit. Darunter findet sich ein vollplastisches Schweinefigürchen, das wohl auch gerne von größeren Museen gezeigt würde. Zu sehen sind ferner bäuerliche und handwerkliche Gerätschaften. Ein Alleinstellungsmerkmal sind die gesicherten Exponate aus der Alt-Erlenbacher Fruchtsaftherstellung. 51 Jahre bis 1968 gab es hier die „Staatlich anerkannte Lehr- und Versuchsanstalt für gärungslose Früchteverwertung“, die Wirkungsstätte für Josef Baumann, der anerkannte Experte und Erfinder für Verfahren der Fruchtsaftherstellung. Die hier produzierten Säfte gingen durch die Welt, denn die deutsche Lufthansa hatte sie in ihrem Ausschank.
In der ehemaligen Schule gibt es neben der heimatkundlichen Sammlung auch noch Raum für Ausstellungen. Und wer ins Dachgeschoss steigt, findet dort Arbeitsräume und ein Archiv. Hier kann man sich auch die Klassenbücher aus dem 19. Jahrhundert vorlegen lassen und nach den Schulleistungen von Großeltern und Urgroßeltern forschen. Wie hart seinerzeit die Schulbank zu drücken war, kann man selber testen. Ein kleines Klassenzimmer mit original erhaltenen Schulbänken aus der Zeit, in der auf Schiefertafeln noch altdeutsche Schrift geübt wurde, ist zu besichtigen. Der Trägerverein der Heimatstube freut sich nicht nur über neue Besucher (Öffnungszeiten sind zu erfragen über Rufnummer 06172-451300 oder E-Mail: info@heimatstubeobererlenbach.de). Besonders herzlich willkommen, sind alle, die selbst bei der Heimatforschung mitwirken wollen.
Danke sage ich an alle, die hier und in anderen Gemeinden Heimatgeschichte pflegen. Mein besonderer Dank gilt Frau Ursula Euler, meiner heutigen Begleiterin durch Ober-Erlenbacher Ortsgeschichte.